Skimagazin

Die günstige Alternative: Skifahren in Tschechien

Während in den Alpen die Skipasspreise immer weiter ansteigen, kann beim Skifahren in Tschechien noch richtig gespart werden. Fast durchgängig unter 30 Euro liegt dort die Tageskarte für einen Erwachsenen. Wem es dabei nichts ausmacht, dass die Lifte meist nur in den größeren Skigebieten top modern sind, keine Vielzahl an Pistenkilometern geboten werden und die Abfahrten nicht immer optimal präpariert sind, der wird hier viel Spaß haben. 

Hinzu kommen nicht nur preiswerte Gastronomie-Angebote, sondern auch günstige Tarife für den Skischulunterricht, der als Privatkurs schon für 60 Euro am Tag zu haben ist. Und für reichlich Schnee ist im Winter dank der viele Berge und einer Vielzahl an Schneekanonen auch fast überall gesorgt. Wir haben uns die wichtigsten Skigebiete der Tschechischen Republik mal ein bisschen näher angesehen.

Deutsche zieht es ins Skiareal Klinovec

Der Cine Star Express war bei seiner Einweihung 2012 der erste Sessellift mit oranger Wetterschutzhaube in der Tschechischen Republik.
© Skiareal Klinovec Der Cine Star Express war bei seiner Einweihung 2012 der erste Sessellift mit oranger Wetterschutzhaube in der Tschechischen Republik.

Besonders bei deutschen Gästen sehr beliebt ist das Skiareal Klinovec (Keilberg), mit dem größten Wintersportangebot im Erzgebirge. Für einen Tagespass von knapp 27 Euro bekommen Wintersportler 18 Pistenkilometer, Kinderland, Snowpark und mehrere Bars und Imbisse geboten. Drei der vier Sesselbahnen bieten sogar den Luxus anorangen Abdeckhauben, die das Skigebiet zum Vorreiter in der Tschechischen Republik machen. Mit zahlreichen Schneekanonen wird zudem auch für beste Pistenbedingungen im schneearmen Winter gesorgt. 

Hinzu kommt: Der Keilberg liegt nur wenige Kilometer vom Fichtelberg auf deutschem Gebiet entfernt. Dort befindet sich im sächsischen Oberwiesenthal ein weiteres Skigebiet mit 15 Pistenkilometern.  Beide Skiorte kooperieren seit Jahren: So gibt es nicht nur einen kostenlosen Skibus, der gerade einmal 10 Minuten braucht, sondern auch gemeinsame Skipässe ab 1,5 Tagen. Das große Projekt, beide Berge per Gondelbahn zu verbinden und so zum größten Skiverbund nördlich der Alpen aufzusteigen, ist bisher aber an ökologischen und finanziellen Hürden gescheitert. 

Im tschechischen Grenzgebiet zu Sachsen kann man aber nicht nur in Klinovec preiswert Skifahren. Weitere gute Möglichkeiten im Erzgebirge sind unter anderem in Plesivec, Bozi Dar, Telnice, Sturmer Bournak oder Bublava. Dort gibt es zwar etwas weniger Pisten als am Keilberg, dafür ist aber auch der Tagespreis noch einmal niedriger und fällt - bis auf Plesivec - unter die 20-Euro-Marke! 

Aktuelles aus anderen Regionen

Die populärsten Wintersportzentren liegen im Riesengebirge

In Spindlermühle gibt es einen der größten Funparks in der tschechischen Republik.
In Spindlermühle gibt es einen der größten Funparks in der tschechischen Republik.

Die meisten und auch populärsten tschechischen Winterspororte liegen an der polnischen Grenze im Norden des Landes. Dort befindet sich das Riesengebirge, die höchste Erhebung Tschechiens mit über 1600 Metern. Mit 25 Pistenkilometern ist am meisten im Skigebiet Spindlermühle (Špindlerův Mlýn) geboten. Jährlich investieren die Betreiber dort viel Geld in Lifte und Pisten.

Neu gemacht wurde zuletzt die 6er-Sesselbahn in Svaty Petr, die nun Sitzheizung und Abdeckhauben bietet. Weitere Highlights in Spindlermühle: 4 Kinderparks, Flutlicht-Skifahren, Funpark mit der größten Halfpipe der Republik und die breiteste Piste Tschechiens. Ein derart großes und modernes Angebot hat seinen Preis: Im Skigebiet Spindlermühle sind die Skipasspreise in Tschechien am teuersten. 35 Euro zahlen hier Erwachsene in der Hauptsaison für die Tageskarte. 

Deutlich günstiger ist es da schon im rund 7 Pistenkilometer großen Skigebiet in Harrachov, das vielen vor allem durch die Wettbewerbe auf den Skisprungschanzen bekannt ist. Aber auch in den Gebieten des Skiverbunds Černá hora kann man sparen, dazu gehören Černá Hora - Janské Lázně, Pec pod Sněžkou, Černý Důl, Velká Úpa und Malá Úpa. So gibt es in Janské Lázně unter anderem günstige Wellness- und Beautangebote in den dortigen Kurhäusern und eine 3,5 Kilometer lange kostenlose Rodelbahn. Mit einem Schneemobil kann man von den dortigen Pisten kostenlos in 10 Minuten ins benachbarte Skigebiet Pec pod Sněžkou pendeln, das auf dem höchsten Berg Tschechiens liegt, der Schneekoppe.

Niederländer investieren im Böhmerwald

Viel Geld investieren vor allem ausländische Geldgeber in Lipno.
Viel Geld investieren vor allem ausländische Geldgeber in Lipno.

Deutlich überschaubarer als im Riesengebirge ist das Angebot zum Skifahren im Nationalpark Böhmerwald. Trotzdem ist auch dort vor allem in Lipno und Zelezna Ruda einiges geboten, was unter anderem auch Wintersportler aus Ostbayern und Oberösterreich anlockt.

Mit niederländischem Geld modernisiert wurde in den vergangenen zehn Jahren das 11 Pistenkilometer große Skigebiet in Lipno, das direkt an einem großen Stausee legt. Neben drei modernen 4er-Sesselbahnen sind unter anderem auch ein Snowpark, ein großes Kinderland sowie ein holländischer Ferienpark samt Aquapark entstanden. Zuletzt wurde für eine Million Euro die Kunstbeschneiungmodernisiert.

Neben den günstiges Skipässen gibt es in Lipno auch eine Skischule, bei der Erwachsene für einen ganzen Tag Privatunterricht rund 92 Euro zahlen. Das ist landesweit sogar noch relativ teuer: In Klinovec bekommt man den privaten Skilehrer bereits für knapp 65 Euro pro Tag. In den Alpen muss man mindestens das Dreifache für diesen Service hinlegen. 

Gerade einmal zehn Autominuten vom bayerischen Skigebiet am Arber entfernt, liegt der tschechische Ort Zelezna Ruda mit seinen 9 Liften und 10 Pisten am Berg Spicak. Zwar muss man hier im Gegensatz zum deutschen Nachbarn Abstriche an der Modernität der Liftanlagen sowie an der Pistenpräparierung machen, allerdings zahlt man für die Tageskarte auch 10 Euro weniger. Ansonsten ist hier sowohl für Anfänger als auch für Fortgeschrittene einiges geboten mit Abfahrten in allen Schwierigkeitsgraden, Kidspark, Funpark und Flutlichtpiste. 

Wie in allen tschechischen Skigebieten ist auch hier der Skiverleih deutlich günstiger als in den Alpen. So zahlt man für eine komplette Ausrüstung lediglich rund 16 Euro pro Tag. 

Weitere Skigebiete im Altvatergebirge und den Karpaten

12 Pistenkilometer können Skifahrer in Karlov entdecken.
12 Pistenkilometer können Skifahrer in Karlov entdecken.

Neben diesen drei großen Wintersportregionen, sind im von Bergen umgebenen Tschechien noch zahlreiche weitere Lifte in Betrieb. Zu den größeren Skiregionen gehören dabei im Altvatergebirge östlich von Prag die Skigebiete Karlov (12 km Pisten) und Ramzova (9 km). Bis in den März hinein schneesicher sind auch die Skigebiete nahe Liberec, wie in Jested (11 km) oder Bedrichov (5 km).

In den tschechischen Karpaten an der Grenze zur Slowakei befinden sich zwar nur wenige Skigebiete, dafür sind diese nicht unbedingt uninteressant, wie die Angebote im Wintersportzentrum Kohutka (7 km) oder auch im Skigebiet in Pustevny (10km) zeigen. 

Einen Überblick über alle tschechischen Skigebiete findest du hier

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erstellt am 8 Mar 2018

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