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Lawinengefahr verschärft sich - Mehr Neuschnee im Anmarsch

Als Redakteurin bei Skigebiete-Test habe ich mein Hobby zum Beruf gemacht: Seit September 2016 bin ich leitend für den Content auf Deutschlands größtem Wintersportportal zuständig. Die Berge faszinieren mich schon immer und auf Skiern bin ich zum ersten Mal im Kindergarten gestanden. Infiziert bin ich auch mit dem Weltcup-Virus, sodass ich nur selten Alpin- und Biathlonrennen im TV verpasse... Mehr erfahren

aktualisiert am Jan 9, 2019

In vielen Bergorten in Österreich gilt nach der schneereichen Neujahrswoche bereits die zweithöchste Lawinenwarnstufe, doch jetzt könnte sich die Situation noch einmal verschärfen: Ab Dienstag, 8. Januar 2019, werden in den Nordalpen noch einmal große Neuschmeengen erwartet.

Laut Prognosen sollen bis Freitag vielerorts wieder 100cm Neuschnee fallen. Dies gilt vor allem für die oberbayerischen Alpen, Tirol, Vorarlberg, Salzburger Land und die Steiermark. Aber auch in Nieder- und Oberösterreich gibt es stark betroffene Gebiete. Lawinenexperten in Österreich rechnen mit der höchsten Lawinenwarnstufe und einer Katastrophensituation in manchen Gebieten.

100 cm Neuschnee bis Freitag!

Jede Menge Neuschnee wird ab Dienstag, 8. Januar 2019, erwartet. Die Neuschneegrafik auf unserer Startzeite zeigt euch auch die Prognosen für die nächsten Tage an.
Jede Menge Neuschnee wird ab Dienstag, 8. Januar 2019, erwartet. Die Neuschneegrafik auf unserer Startzeite zeigt euch auch die Prognosen für die nächsten Tage an.

Nach einem kurzen Durchschnaufen am Montag zieht ab Dienstag der nächste Schneesturm von Westen her über die Nordalpen. Die Temperaturen werden wieder kälter und die Schneefallgrenze sinkt bis auf 200 Meter. Windgeschwindigkeiten von bis zu 90 km/h sind auf den Bergen möglich. Am Arlberg könnten bis zu 70cm innerhalb von 24 Stunden fallen. Dort waren allerdings bereits in den vergangenen Tagen über 170cm gefallen. Auch im Rest von Österreich werden bis Freitag auf den Bergen weitere 100cm Neuschnee erwartet. Das verschärft die ohnehin bereits hohe Lawinengefahr (Stufe 4 von 5) noch weiter.

>> Schneeprognosen für Österreich

Lage ist kritisch

Die Lage in den Bergdörfern Tirol ist ebenso wie im Rest von Österreich kritisch wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Innerhalb von wenigen Tagen ist hier die Neuschneemenge des ganzen Januars gefallen. Am Loser in Altaussee (Steiermark) liegen bereits 390cm am Berg! An Silvester waren es noch 120cm. Zwei Gemeinden in der Obersteiermark, Pölstal und Hohentauern, wurden am Montag bereits zum Katastrophengebiet erklärt. In der gesamten Region waren auch am Montag noch rund 2000 Personen von der Außenwelt abgeschnitten, da die Zufahrtsstraßen wegen Lawinengefahr nicht befahrbar waren. Darunter auch viele Urlauber. Mehrere Skiorte wurden am Montag bereits evakuiert, darunter die Planneralm (Steiermark) und die Unterkünfte am Hochkar (Niederösterreich). Auch in Oberösterreich stehen auf der Wurzeralm und auf dem Krippenstein die Lifte seit dem Wochenende still.

Zahlreiche Straßen gesperrt

Bereits in den vergangenen Tagen waren wegen der hohen Lawinengefahr, umgestürzten Bäumen und Unfällen zahlreiche Straßen in ganz Österreich und den angrenzenden bayerischen Landkreisen gesperrt oder nur mit Schneeketten befahrbar. Beliebte Skiorte wie Obertauern und Saalbach-Hinterglemm waren zeitweise von der Außenwelt abgeschnitten. Tausende Urlauber saßen fest.

Diese Situation wird sich mit den neuen Schneefällen noch einmal drastisch verschärfen. Unter anderem in Tirol wird damit gerechnet, dass Verkehrswege und Täler nicht erreichbar sind. "Es ist absolut damit zu rechnen, dass man aus vielen Seitentälern ein paar Tage nicht mehr heraus- oder hineinkommt", so Lawinenexperte Rudi Mair gegenüber dem ORF.

Einen sehr guten Überblick über alle gesperrten Straßen in Österreich findest du auf der Verkehrsseite des ÖAMTC.

Die ersten Lawinentoten

Beachtet die Lawinengefahr! Macht keine Ausflüge in den Tiefschnee!
© Skigebiete-Test / Poschinger Beachtet die Lawinengefahr! Macht keine Ausflüge in den Tiefschnee!

Wegen des massiven Schneefalls und des heftigen Windes genügen derzeit bereits Kleinigkeiten, um gefährliche Lawinen auszulösen. Dessen sind sich leider manche Tourengeher und Schneeschuhwanderer nicht bewusst, die trotzdem zu Touren in die Berge aufbrechen. Auch Skifahrer missachten immer wieder Verbotsschilder und bleiben nicht auf den gesicherten Pisten. In Zell am See (Salzburger Land) und Teisendorf (Bayern) starben bereits zwei Tourengeher, in Abtenau (Salzburzer Land) zwei Schneeschuhwanderer unter einer Lawine. In Vorarlberg konnten zwei deutsche Skifahrer nur noch tot geborgen werden. 

Bitte macht in den nächsten Tagen in den Bergen auf keinen Fall Skitouren oder Wanderungen ins freie Gelände! Auch Skifahrer sollten unbedingt auf den gesicherten Pisten bleiben!

Meterhoher Schnee auf den Dächern

Meterhoch liegt der Schnee auf dieser Hütte in der SkiWelt Hopfgarten.
© SkiWelt Wilder Kaiser-Brixental   Meterhoch liegt der Schnee auf dieser Hütte in der SkiWelt Hopfgarten.

Mit den zunehmenden Schneemassen wird auch die Gefahr auf den Dächern langsam immer größer. Meterhoch liegt die weiße Pracht in vielen Bergdörfern in den Nordalpen. Was für viele ein eindrucksvolles und schönes Winterbild abgibt, kann aber auch schnell gefährlich werden. Einsatzkräfte haben unter anderem in Obertauern und im Salzkammergut bereits am Sonntag mit dem Abschaufeln von Dächern begonnen. Besonders Flachdächer drohten unter dem Schneedruck einzustürzen.

>> Bilderstrecke: Winterwunderland mit meterhohem Schnee

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